Eichen bei Theilenhofen und Thannhausen

Das Fränkische Seenland ist als populäres Ausflugsziel in ganz Bayern beliebt. Nur wenige wissen, daß es hier auch eine Reihe sehr sehenswerter alter, alleinstehender Bäume, speziell Eichen gibt. Ich möchte hier einige vorstellen.

Limeseichen bei Rittern

Limeseichen bei Rittern

Ich besuche diesen Baum seit vielen Jahren. Er ist unter meinen Bildern mehrfach in allen Jahreszeiten zu finden. Über dessen Alter kann ich nichts konkretes sagen, es ist sicher 350 bis 450 Jahre alt. In einer Chronik von 1830 aus der Gegend stand, daß dort, am römischen Espan,

(Espan bezeichnet ein nicht eingegrenztes Weideland) schon im späten Mittelalter bedeutende Einzelbäume, wie Eichen und Buchen standen, die aber sicher allesamt nicht mehr vorhanden sind. Der gleiche Baum von Norden nach Süden:

Limeseichen bei Rittern

Etwa 200 Meter weiter nördlich stand bis ins Frühjahr 2010, eine einst sehr mächtige Stieleiche. Sie war ebenfalls als Naturdenkmal notiert, hatte nur noch wenige grüne Triebe und er wurde eines Tages gefällt.

Limeseiche bei Rittern

Ich finde es eine ziemliche Schande, wenn man einen alten, landschaftlich bedeutsamen Baum umsägt, der noch dazu ein Naturdenkmal war. Gerade in unserer älteren Kulturgeschichte wäre so ein Kahlschlag ein richtbarer Frevel gewesen – scheinbar haben unsere Nebenerwerbsbauern bereits alle Verbindungen zu ihren Wurzeln verloren und vergessen.

Die gleiche, mittlerweilen gefällte Stieleiche:

Stieleiche

Ich besuche diesen Baum seit vielen Jahren. Er ist unter meinen Bildern mehrfach in allen Jahreszeiten zu finden. Über dessen Alter kann ich nichts konkretes sagen, es ist sicher 350 bis 450 Jahre alt. In einer Chronik von 1830 aus der Gegend stand, daß dort, am römischen Espan,

(Espan bezeichnet ein nicht eingegrenztes Weideland) schon im späten Mittelalter bedeutende Einzelbäume, wie Eichen und Buchen standen, die aber sicher allesamt nicht mehr vorhanden sind. Der gleiche Baum von Norden nach Süden:

Große Eiche im Hutanger südlich von Thannhausen

Thannhausen, der Geburtsort des legendären Thannhäußers des Richard Wagner, liegt etwas entfernt am Ufer des Brombachsee. Der südliche Ortsrand grenzt an eine Erhebung auf der einst der Römische Limes stand. Ein kleines Waldstückchen wurde bis in die jüngere Vergangenheit als Hutanger, eben zum Hüten der Tiere, benutzt. Damit die Tiere vor starker Sonne und Kälte geschützt waren wurden seiner Zeit immer Eichen und Kastanienhaine angepflanzt. Die Eicheln und Kastanien waren wertvolle Futterbeigaben, das Holz der Bäume sehr geschätzt.

Am nördlichen Hang dieser Anhöhe zum Limes steht etwas versteckt eine sehr große Eiche. Sie würde, wenn sie etwas freier stehen würde eine imposante Baumgestalt abgeben, leider ist sie jedoch zu keiner Jahreszeit gut fotografierbar. Interessant ist, daß um den mächtigen Stamm ein schattiger Tanzboden angebracht ist, eine liebenswerte Erinnerung an jene Zeiten, als große Bäume noch mehr im Zentrum unseres Handels standen. Der Boden ist noch gar nicht so alt und wird sicher noch benutzt.

Stieleiche am Hutanger

Weitere Eichen in der Gegend bei Rittern

Etwa 800 Meter südlich von des Ortes Rittern steht am westlichen Waldrand und von der Straße nach Theilenhofen auf linker Seite, eine gut erkennbare Traubeneiche, die in der Topographischen Karte als Schindeiche gekennzeichnet ist. Ein Schinder war in früherer Zeit der Mehrzweck-Berufsstand der Tierkörperbeseitiger und der Bestatter für Konfessionslose, die auf kirchlichen Friedhöfen kein Grab erhielten, dessen Grund oft Wasen genannt wurde. Eine undankbare Arbeit.

Sehr oft hielten sich die Schinder, aus deren Schimpfbezeichnung sich auch unsere Begriffe Schänder und Schindluder entwickelten, von den Dorfgrenzen auf Schindanger entfernt auf. Eine Schindeiche könnte den ausübenden Ort des Schinders bezeichnen, oder aber auch eineGerichtseiche, also einen Baum mit expliziter Henkerfunktion. Ich werde ein Bild hier in Kürze nachliefern.